19.03.2026
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4 Min

Das WILD UND HUND-Kinderrevier

Rebhuhn

Vogel des Jahres 2026

Rebhuhn

Bild: PPZV

Das Rebhuhn ist ein kleiner, rundlicher Vogel, der am liebsten auf Feldern und Wiesen lebt und deshalb auch als Feldhuhn bezeichnet wird. Dort fühlt es sich besonders wohl, wenn es viele Hecken, Blühstreifen und hohe Gräser gibt. Zwischen den Pflanzen kann es sich gut verstecken und findet genug Äsung. Früher war das Rebhuhn bei uns häufig zu sehen – heute ist es selten geworden. Deshalb wurde es zum Vogel des Jahres 2026 gewählt.

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Einmal hochgemacht, fliegen Rebhühner meist nicht weit und fallen gleich in die nächste Deckung ein. (Bild: Sven-Erik Arndt)
Mit seinem braun-grauen Gefieder ist das Rebhuhn ein echter Tarnmeister. Wenn es sich duckt und festliegt, wird es fast unsichtbar. Nur der rostrote Kopf fällt etwas auf. Beim Hahn kann man oft einen dunklen, kastanienbraunen Schild (Fleck) auf der Brust erkennen.
Schon im späten Winter beginnt beim Rebhuhn die Balz. Ab Februar rufen die Hähne laut, um eine Partnerin anzulocken und Rivalen zu vertreiben. Rebhühner leben meist in festen Paaren, die oft mehrere Jahre zusammenbleiben. Gleichzeitig lösen sich die winterlichen Gruppen – Ketten genannt – auf, weil jedes Paar nun ein eigenes Brutrevier sucht.
Rebhühner sind echte Bodenbewohner. Sie laufen lieber, als dass sie streichen (fliegen). Droht Gefahr, starten sie jedoch blitzschnell mit lautem Flattern. Meist fallen sie schon nach kurzer Strecke wieder ein und verstecken sich erneut.
Geäst werden v. a. Samen, Kräuter und junge Pflanzentriebe. Die Küken brauchen in ihren ersten Lebenswochen allerdings viele Insekten, damit sie schnell wachsen und kräftig werden.
Ihr Nest baut die Henne gut versteckt am Boden. Nach etwa 3 bis 4 Wochen schlüpfen die Jungen. Sie sind Nestflüchter – das bedeutet, dass sie gleich nach dem Schlüpfen laufen können und der Henne folgen. Schon bald suchen sie selbst nach Äsung.
Doch das Leben ist für Rebhühner schwieriger geworden. Große Felder ohne Verstecke bieten wenig Schutz vor Beutegreifern, was neben der Landwirtschaft die Hauptursache für den Rückgang der Art ist. Wenn Hecken und Blühflächen fehlen, finden sie kaum Nahrung. Deshalb ist es wichtig, ihre Lebensräume zu erhalten und neu zu schaffen.
Wer ein Rebhuhn entdecken möchte, braucht gute Augen – und etwas Glück!
 
Steckbrief
Körperlänge: Etwa 28 – 32 cm
Gewicht: Rund 350 – 450 g
Alter: Bis ca. 5 Jahre
Balzzeit: Februar bis April
Brutzeit: Mai bis Juli
Eier: Meist 10 – 20 pro Gelege
Brutdauer: Ca. 23 – 25 Tage
Äsung: Samen, Kräuter, Triebe und Insekten
Aussehen: Braun-graues Tarngefieder, rostrotes Gesicht; Hahn oft mit braunem Brustfleck
Lebensraum: Offene Feldlandschaften mit Hecken und hohem Bewuchs
Feinde: Sämtliches Raubwild vom Mauswiesel bis zum Dachs, Katzen, Greif- und Rabenvögel
Besonderheit: Bildet im Winter Ketten und lebt sonst meist in festen Paaren

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Rebhühner leben oft monogam. (Bild: Duncan Usher)

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Der rundliche Vogel liegt unter hohen Gräsern fest und wird schnell übersehen. (Bild: Reiner Bernhardt)

Autor: Michael Woisetschläger